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Was sich ebenfalls als fatal herausstellte, waren die Stiefel (Knobelbecher). Sie waren
viel zu eng und die an den Sohlen eingeschlagenen Nägel waren ideale Kälteleiter.
In den Schaft drang Wasser und Schnee ein, welche gefroren. So mußten die Stiefel mühevoll
von den Beinen gelöst werden. Da waren die Beine aber schon Stunden in den gefrorenen Stiefeln drin.
So ist es klar, daß neben den Erfrierungen an den Händen (die dünnen Wollhandschuhe gaben kein Schutz),
die Erfrierungen an den Füßen das größte Problem waren. Auch im Gesichtsbereich kam es zu Erfrierungen.
Ganz übel war es, wenn der Soldat seinen Helm ohne irgendeinen Schutz auf dem Kopf trug.
Hier ist schlichtweg das Gehirn eingefroren.
Der Soldat mußte oft stundenlang durchnässt und unterkühlt in seinem Schützengraben ausharren.
Bis der deutsche Soldat den Umgang mit der Kälte lernte, oder ihn von den Russen abgeschaut hatte,
begann schon der zweite Winter in Russland. Erst da wurde für ausreichende Winterkleidung gesorgt.
Die Erfrierungs-Grade:
Erfrierungen werden in drei verschiedene Schweregrade eingeteilt:
Grad I:
ist gekennzeichnet durch Abkühlung und Blässe, sowie stechende Schmerzen in der betreffenden Hautregion.
Die im Anfangsstadium völlig wei ße und gefühllose Haut verfärbt sich in den folgenden Tagen bräunlich
und kann sich später auch von der Unterlage abheben (Blasenbildung).
Grad II:
wird erst nach Wiedererwärmung sichtbar. Er ist durch Rötung, Schwellung und Blasenbildung, in erster
Linie an Füßen und Händen, z.B. nach Verlust der Handschuhe, gekennzeichnet. Homogene, helle Blasen zeigen
eine günstige Prognose. Ist der Blaseninhalt dagegen eher blutig, ist mit einem längeren Heilungsverlauf
zu rechnen. Zerreißen die Blasen, tritt Gewebeflüssigkeit aus. Es besteht die Gefahr einer Infektion, da
Bakterien über die offene Wundfläche in den Körper eindringen können.
Grad III:
ist die schwerste Form der Erfrierung. Sie ist durch eine Nekrose (abgestorbenes Gewebe) mit schwarzer,
eingetrockneter Haut und hartem Unterhautzellgewebe charakterisiert. Das Ausmaß lässt sich erst nach Tagen
und Wochen feststellen. Es sind vorwiegend jene Körperstellen betroffen, die neben dem Kälteeinfluss auch
noch eine Druckeinwirkung, z.B. durch zu enges Schuhwerk, aushalten müssen. Die betroffenen Areale sind durch
völlige Gefühllosigkeit auch nach dem Auftauen charakterisiert. An der Grenze zwischen dem lebenden und
abgestorbenen Gewebe bildet sich nach Wochen und Monaten eine Demarkationsfurche aus.
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